Erkenne Dich selbst & folge Deinem Herzen

seelentipp • Raus aus der Angst!

Wer wird nicht gerade mit der herausfordernden Situation konfrontiert, die uns wie eine Welle erfasst hat. Ein Ausnahmezustand auf allen Ebenen - im Außen sowie auch in unserem Inneren. Fast alle Menschen durchleben momentan das Gefühl der Angst, hervorgerufen durch die Angst krank zu werden, die Kontrolle und/oder Existenz zu verlieren. Unseren physischen Körper gilt es zu schützen und dafür sind wir bereit, alles zu tun. Doch was genau macht die Angst mit unserem Körper und unserer Psyche? Und wie finden wir wieder in einen Zustand der Offenheit und Handlungsfähigkeit?  

Auf körperlicher Ebene:

Angst lähmt den Körper, drosselt alle wachstumsfördernden Möglichkeiten und schaltet den Organismus auf Überlebensmodus. Unsere Sinneswahrnehmung und Aufmerksamkeit haftet vollständig an der äußeren Welt, um diese zu bewerten und zu reagieren. Ist in diesem Tunnelblick allerdings keine erkennbare Gefahr vorhanden, wird es schwieriger. Nun hat man kein sichtbares Feindbild, aber trotzdem das Gefühl, sich verteidigen zu müssen. Der Stresspegel kann nicht abgebaut werden und die Muskeln verkrampfen sich. Oft entstehen Kompensationsmuster, um sich zu regulieren und das Gefühl der Angst nicht wahrzunehmen oder um es zu bestätigen. 

Eine Möglichkeit die Körperspannung abzubauen, ist es das angeborene Bedürfnis nach Körpernähe und Berührung zu stillen. Lass dich in den Arm nehmen, den Rücken halten, Massieren oder reibe dir selbst ganz bewusst deine Oberschenkel oder Oberarme. Schenke deinem Körper genau jetzt Aufmerksamkeit. Dies beruhigt dein Nervensystem und gibt deinem Körper neue Sicherheit.  

Psychische Ebene: 

Deine Aufmerksamkeit liegt nicht mehr im Hier und Jetzt. Deine erlebten Reaktionsmuster haben die Überhand genommen und der Verstand sucht nach Bestätigung, dass es richtig ist Angst zu haben. Diese Bestätigung, findet man z. B. in den Nachrichten und Gleichgesinnten. Baut sich die körperliche Anspannung nicht ab, wird der Mensch immer etwas Neues finden, gegen das er sich schützen muss. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob wir uns wirklich in einer gefährlichen Situation befinden, uns eine gefährliche Situation vorstellen, oder ob wir von einer erzählt bekommen. 

Schaukelt sich dieserAngstzustand immer weiter hoch, ist es nur schwer möglich, alleine den Autopiloten zu verlassen. Angst hat immer etwas mit Trennung zu tun. Trennung vom eigenen Körperbewusstsein, Trennung von dem gegenwärtigen Moment, Abtrennung vom Vertrauen in das Leben. Spielt dann Isolation und das alleine sein hinzu, braucht es ganz bewussten Umgang und Aufklärung über die psychologischen Mechanismen: 

Alle Gefühle sind Erfahrungsmuster aus unserer Vergangenheit. Das bedeutet, es gibt keine neuen Gefühle. Die Angst ist jetzt eine Erinnerung und soll zum Schutz dienen. Gefühle gehen vorbei, wenn wir unseren Verstand auf den jetzigen Moment lenken. Wenn wir präsent und achtsam mit uns sind. 

Mache dir bewusst, was ganz genau deine Ängste sind: Wovor genau hast du Angst? Ist es möglich dich zu schützen und für dich zu sorgen? Wenn du dazu „Ja“ sagen kannst, dann tue das, was du für dich tun musst, um dich sicher zu fühlen. Gibt es ein „Nein“ in dir, dann schau, was du im HIER UND JETZT brauchst um dein Nervensystem zu entspannen. Lenke deinen Verstand auf etwas, was dir Freude bringt. Beispiele: Lies ein Buch, male, gehe baden, spazieren, höre Musik, trinke einen Kakao oder mache Kontakt zu deinen Lieblingsmenschen. 

Das wichtigste ist allerdings Folgendes: Glaube an dich! Sei mutig und begegne deinen Lebensumständen mit Vertrauen, dass du immer einen Weg finden wirst, die Situation zu bewältigen. Das hast du ja bis hier und heute auch geschafft! 

Alles Liebe, Nadine